Ein Spinnverfahren, basierend auf strahlungsinduzierter UV-Aushärtung, reduziert den technischen Aufwand auf ein Minimum. Der Anwender appliziert die Spinnmasse in Form UV-härtbarer lösungsmittelfreier Harze. Durch Variation der Spinnparameter, der Harzzusammensetzung und der Rheologie lassen sich die Hohlfaserdimensionen einstellen.
Nanoporöse SiO2-Hohlfasern
Als Ausgangsbasis für eine rein anorganische silicatische Hohlfaser bietet sich die ORMOCER®-Hohlfaser an. Das in der Faser ausgebildete dreidimensionale anorganische Si-O-Si-Netzwerk bildet das Rückgrat für die spätere SiO2-Hohlfaser. Nach der Pyrolyse resultiert eine enge Porenradienverteilung im nm-Bereich (0,7 - 3 nm). Neben einer hohen spez. BET-Oberfläche bis 700 m2/g und einer Porosität bis 60 Volumprozent weisen diese Fasern eine hohe Festigkeit von bis zu 100 MPa und eine relativ hohe Biegsamkeit auf.
Mögliche Einsatzgebiete
Die in Frage kommenden Applikationsfelder der neuen ORMOCER®-Hohlfasern reichen vom Einsatz als modifizierbares semipermeables Membranmaterial zur Stofftrennung bis zu reinen Transportfunktionen als Mikrokapillare und Schläuche mit variablen mechanischen Eigenschaften. Das Einsatzgebiet der nanoporösen Hohlfasern wird insbesondere bei der Trennung von Gasen bei höheren Temperaturen (bis 400 °C) gesehen.